(Deutsch) Radsport ist Mord

Schließlich kamen wir am Schloss Chambord vorbei. Ein Prachtschloss, an dessen An­blick ich mich gut erinnern kann. Nach einer kurzen Besichtigung, die bei vielen auf Desinteresse stieß, fuhren wir mit dem selben Tempo weiter. Am Abend verbrachten wir dann Gott sei dank in ein Herberge, nachdem ich den Vorschlag einer Übernachtung in die Runde warf und fieberte einer Dusche entgegen. Alle genossen die Dusche und gingen ins Bett. Als ich im Bett lag, spukten in mir viele Gedanken im Kopf herum. Diese drehten sich darum, die Tour de France hier abzubrechen und alleine nach Hause zu fahren. Denn ich wusste, dass ich das Tempo nicht bis ans Meer mithalten und ich auch meine Mannschaftskollegen nicht mehr ertragen könnte.


Gedanklich hatte die Entscheidung im Hochbett der ‘auberge de jeunesse’ getroffen. Zudem habe ich gleich den Gedanken verworfen, meine Eltern anzurufen, denn sie hätten mir Durchhalteparolen durch die Hörgabel geträllert.

Vor dem Frühstück nahm ich die Freundin zur Seite und offenbarte ihr meine Entscheidung. Sie war sichtlich betroffen und wollte mich noch überreden die Tour weiterzumachen. Aber ich war fest entschlossen, abzureisen. Meinen Entschluss verkündete ich erst am Abend in einem Restaurant. Alle außer mir waren fröhlich und genossen das Essen. Die Freundin hatte das unangenehme Aufgabe, die Allgäuer auf meine Entscheidung vorzubereiten und sagte: „Cornelia will euch etwas sagen.“ Auf eine längere Einleitung, die mir das Reden erleichterte hätte, musste ich leider verzichten.

Weiter

DB Autozug - bequeme,staufreie Anreise-Alternative


Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *