(Deutsch) Bin ich hier bei der Tour de France?

Allerdings wusste ich das schon vor der Abfahrt, dass das kein Wellnessurlaub werden würde. Also breiteten wir auf einem abgemähten Kornfeld eine Plane aus und schliefen wie aneinander gepresste Sardellen unter dem Sternenmantel. Einen Vorteil hatte die Nacht unter freiem Himmel: Man roch die Ausdunstungen der verschwitzten Radelgenossen weniger, da der laue Wind den Schweiß mit sich trug. Am Morgen wuschen wir uns mit einigen Schlückchen aus den Trinkflaschen. Jemand verzichtete sogar auf die paar Tropfen Wasser und rieb sich stattdessen mit einer mir bis dato unbekannten Weltneuheit ein: einer Salbe, die das Benutzen von Wasser scheinbar unnötig macht.

Aber der Körpergeruch war eher nebensächlich. Mein Problem war das Tempo, das stetig angezogen wurde. So fuhr ich mit heraushängender Zunge und erhöhtem Puls. Die Landschaft an der Loire muss wohl schön gewesen sein, aber ich kann mich im Rückblick nur an die asphaltierten Straßen oder mit Gras bewachsenden Wege erinnern, da ich während der Fahrt das Gestell und die Pedalen und den Boden im Blick hatte. Denn wer will schon die Steigung Kilometer weit sehen. Man schoss also an Schlössern vorbei, die ich gerne hätte sehen wollen. Will jemand das sehen? – war schon eine rhetorische Frage, da sich keiner meldete und ich zu schüchtern und war, meine Wünsche noch zu äußern, nachdem ich am Wunsch das Tempo zu verlangsamen gescheitert war.

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