Das Lied in mir

Dem Regisseur Florian Cossen ist mit seinem Debütfilm «Das Lied in mir» ein intensives und tiefgründiges Werk gelungen. Maria, gespielt von Jessica Schwarz ist eigentlich unterwegs nach Chile, um an einem Schwimmwettkampf teilzunehmen. Doch als sie in Buenos Aires ein Kinderlied auf Spanisch wiedererkennt ohne aber des Spanischen mächtig zu ein, erleidet sie auf der Flughafentoilette einen Zusammenbruch. Die neu entstandene Verwirrtheit und den wahrscheinlich damit zusammenhängenden Verlust des Reisepasses, also ihrer deutschen Identität, lässt sie in Buenos Aires bleiben. Ihr nachgereister Vater aus Deutschland eröffnet ihr – was sie nur vermutet hat- dass sie nicht das Kind ihrer Eltern, sondern argentinischer Eltern ist. Letztere verschwanden inmitten der argentinischen Militärjunta der 70iger Jahre. Maria wird mit der neuen Situation und der Tatsache, dass ihre Eltern ihr über 30 Jahre ihre Herkunft verheimlichten, plötzlich konfrontiert. Man sieht wie ihr Vater- hervorragend gespielt von Michael Gwisdek – kämpft, Maria seinen damaligen Schritt von seiner bereits verstorbenen Frau und sich zu rechtfertigen. Maria indes findet ihre argentinische Familie, die sie nach dem Verschwinden von Marias Eltern verzweifelt gesucht haben. Zwischen ihrem Vater und  ihr entsteht auch durch seine Angst, sie an die neue Familie zu verlieren, eine innere und äußere Distanz. Zu ihrer leiblichen Familie hält sie aufgrund der Sprachbarriere und den Vorwürfen an ihren deutschen Vater auch eine gewisse Distanz. So flüchtet sich Maria in die Neutralität mit einem argentinischen Polizisten. Ihre Identität liegt nun auf den Straßen von Buenos Aires, so scheint es, als sie am Ende des Films durch die Metropole läuft.

Sehr empfehlenswert!! Ab 10. Februar im Kino