Das Eis unter ihm (das wir aufgrund der Schräge und der Felsen für festen Boden am Ufer gehalten hatten) brach und ein großes Eisloch tat sich auf. Im nächsten Moment war er kurzzeitig komplett unter Wasser, mitsamt den Schneeschuhen und und der dicken Winterkleidung, die sofort begann, sich mit Wasser vollzusaugen. Ich dachte für einen Moment mein Herz bleibt stehen, mir bot sich folgendes Bild: mein einer Reisepartner lag auf dem Boden, um ihn Risse im Eis, und der andere war kurz ganz weg! Mir gelang es mit einem großen Schritt auf dem nächstgelegene Felsen Fuß zu fassen. Zum Glück war der eingebrochene und untergegangene Kollege nun wieder an der Wasseroberfläche aufgetaucht und prustete – es gelang mir, Ihn im Schulterbereich an der Jacke zu packen und so kam er wieder an Land.
Auch der andere Reispartner hatte sich inzwischen auf einem Felsen in Sicherheit bringen können und wir konnten uns am Ufer in Sicherheit bringen. Trotz Sonne betrug die Temperatur nur ca -6°C und wir dachten alle drei, dass die Tour nun gelaufen sei. In Windeseile bauten wir das Zelt auf, wechselten schnellstmöglich in trockene Klamotten und machten uns einen heißen Tee. Wir bauten uns aus den Zugleinen unserer Pulka eine improvisierte Wäscheleine und hängten die nassen Sachen in die Sonne. Und trotz der Minusgrade gelang es uns damit, die Ausrüstung wieder so weit zu trocknen (oder soll ich sagen: gefriertrocknen), dass wir die Tour fortsetzen konnten.
Alles in allem hatten wir – Gott sei Dank – nochmal riesig Glück! Und eine neue Erfahrung mit trügerischer Sicherheit…