Der Osten ist ostig
Hier hat Florians Reise in den Osten Europas begonnen
Autor: Florian
Der Osten ist ostig. Der Osten empfängt einen am Bahnhof von Cheb. Klinkerfliesenplatten à la DDR, durch- sichtige Plastikvorhänge und Bratengeruch aus der lokalen Garküche. Ein abgetakelter Typ nähert sich mir in konzentrischen Kreisen. Er trägt gegelte Haar, blonde Strähnen eingebrannt, unter der Lippe ein Piercing. Interessante, bei uns nicht vorkommende Mischung, denn mit seinem zusätzlichen Schnäuzer, Pornobalken, umgedrehten Ausrufzeichen, Rotzbremse, Schenkelbürsten oder egal, wie ihr es auch nennen wollt, wirkt er wie eine Mischung aus Ostraver und Prolobauarbeiter. Leise, geradezu flehentlich, wimmert er mich in Sichtweite der Herrentoiletten an Hallo, Hallo. Ich versuche ihn zu ignorieren, nach kurzer Zeit reagiere ich doch. Wie spät ist es? – Ich zeige ihm wortlos meine Armbanduhr und er dampft gottlob ab. Mein Freund Chris erzählte mir einmal von einer von ihm im Privat TV inspizierten tschechischen Kochsendung namens ZAK. Eingeleitet durch schrille MIDI-Syntheziser-Klänge wuselt sich eine nach rechts gezogene Schrift durch den Bildschirm, bis das fertige Logo der Sendung auf dem Bildschirm prangt. Der Moderator, bekleidet mit Kochmütze, so wie der Smörebrödkoch aus der Muppets-Show, trommelt wie einer dem Wahnsinn entgegen Irrlichtender am Anfang der Sendung mit Kochlöffeln, die er als Schlagstöcke benutzt, auf von der Studiowand lose herunterhängende Pfannen und Töpfe. ZAK!
