Die Mehrheit der Bolivianer ist katholisch. Die spanischen Missionare haben ganze Arbeit geleistet. Während in Deutschland den Kirchen die Machtstellung entgleitet, genießen sie in Bolivien noch ein hohes Ansehen, bzw. haben eine einflußreiche Machtposition. Ein katholischer Oberhirte, sei es der Bischof von La Paz, hat zwar in den Regierungsgeschäften keine Weisungsbefugnis, dennoch lassen sich die Regierenden von dessen Stellungnahmen beeinflussen. Allerings gibt es seit Evo Morales vermehrte Streitigkeiten.
Auch ist die Kirche noch sehr präsent. Das sieht man in den Reduktionen im Oriente, dem Tiefland Boliviens.
Dort haben Jesuitenpater im 17. Jahrhundert Kirchen gebaut, um die indigene Bevölkerung zum „rechten“ Glauben, dem christlichen Glauben, zu erziehen. Als der spanischen Krone die gestiegene Macht der Jesuiten und deren Mildtätigkeit gegenüber der „niedrigen Rasse“ zu groß wurde, ließ sie viele Gründungen der Jesuiten, sogenannte Reduktionen zerstören. Heute sind einige Kirchen wie in Concepción, San Miguel und San Julián neu aufgebaut worden.
