Die Städte, die die Spanier und ihre Nachfahren gründeten, waren Abbilder der spanischen Städte. Potosí, das nach der Eroberung zu einer der reichsten Städte der Welt wurde, ist geprägt vom spanischen Kolonialstil. Ähnlich auch Sucre, dessen Häuser weiß gestrichen sind, könnte auch in Andalusien stehen. Santa Cruz, Cochabamba, Oruro und La Paz gehen alle auf spanische Gründungen im 16. und 17. Jahrhundert zurück.
Die Spanische Elite wusste die eroberten Inkas durch sogenannte Encomiendas (Steuern) zu unterdrücken. Ecomiendas sollten die Mi’ ta der Inkas ersetzen.
Diese Steuereinnahmen waren jedoch nur für die Spanische Oberschicht bestimmt. Die indigene Bevölkerung musste am Rande der Städte wohnen und Fronarbeit in den Bergwerken und auf den Feldern leisten. Durch die radikale Ausbeutung der Ressourcen und der indigenen Bevölkerung litt auch die Landwirtschaft und die Infrastruktur, die im Inkareich hochgehalten wurde.
In der Barockzeit wurde das Königreich
Alto Perú gegründet. Es umfasste die Fläche von ganz Peru und Bolivien. Erst 1825 wurde Bolivien durch den venezolanischen Freiheitskämpfer Simón Bolíviar unabhängig. Die Zeit der Imperialmacht war zu Ende. Jedes Jahr feiern die Bolivianer am 6. August ihre Unabhängigkeit. In jeder Stadt finden zu Ehren des Tages Paraden statt. Stolz tragen die besten Schüler und Studenten als Repräsentant ihrer Schule bzw. Universität die bolivianische Flagge.