Dos and Dont´s

1. Vermeiden Sie es als Tourist aufzufallen. Sie werden schon aufgrund ihres hellen Teints als „Gringo“ identifiziert und genießen daher im negativen Sinn als auch im positiven Sinn Auf­merksamkeit. Das Interesse an anderen Ländern ist groß, da eine Vielzahl von Familien Ver­wandte im Ausland haben. Allerdings gibt es z.B. von Europa eine verklärte Vorstellung. Für sie sind Europäer reich, allein deshalb, weil sie sich leisten können, in ihr Land zu fahren, um Urlaub zu machen. Kurzum: Sie sind reich in den Augen der Bolivianer, auch wenn Sie das vielleicht anders sehen.

Der Lebensstandard in Europa ist höher als der in lateinamerikanischen Staaten. Natürlich gibt es eine reiche Schicht, aber die ist verhältnismäßig klein. Sie kann es sich leisten im Ausland Urlaub zu machen. Oftmals kennen diese den europäischen Kontinent besser als den ihren eigenen. Diese Schicht entwickelt sich zurzeit im Tiefland Boliviens, in der Stadt Santa Cruz. Sie profitiert von den Einnahmen aus dem Erdgasgeschäft.

2. Bei Fotografieren aufpassen. Vielleicht haben sie gehört, dass der Fotografierte Angst hat, dabei seine Seele zu verlieren. Diese Angst ist gewichen, dennoch wollen sich Quechuas und Aymaras nicht gerne fotografiert lassen. Fragen Sie lieber und zahlen dafür ein paar Bolivianos. Wenn Sie allerdings Touristenzentren, wie Copacabana besuchen, kann es vorkommen, dass Sie nach einem Foto ein ordentliches Trinkgeld zahlen müssen. Als ich mit anderen Deutschen auf dem Weg zur Inkaruine Inkallajta war, hielten wir an, um eine Rast zu machen. Auf einem Feld nebenan pflückten Männer ihr Feld. Es geschah nichts, erst als einer von uns ein Foto von der Szenerie machte. Sofort schrie uns der Mann auf Quechua an, dass er das nicht wolle und hat eine Verwünschung nach der anderen von sich gegeben. Er ging auf uns los und verlangte Geld für das Bild. Bevor es dazu kam, nahm er einen großen Stein, drohte damit auf das Auto zu werfen. Wir haben ihm das Geld gegeben, sind aber schnell wieder gefahren.

3. Tragen Sie ihren „Reichtum“ nicht zur Schau. D.h. Fotoapparate nicht wie üblich vorne am Bauch hängen lassen. Dies lockt Diebe an. Meist locken schon Jack Wolfskinjacken mit der Signalfarbe Rot oder Globetrotterausrüstung eine Menge interessierter Leute an.

4. Es kann Ihnen passieren, dass Sie nach dem Flugpreis gefragt werden, nach dem Preis ihres Fotoapparates oder sogar wie viel Sie in Deutschland verdienen. Leider habe ich oft die Er­fahrung gemacht, dass man dann nicht mehr unterscheiden konnte, weshalb sich jemand mit einem angefreundet hat. Bei der eigenen Familie ist es natürlich schwieriger Nein zu sagen.

Aber wenn man einmal angefangen hat, jemanden zu unterstützen, dann kommen immer mehr „Verwandte“ und „Freunde“. Das spricht sich schnell herum. Von vielen im Ausland leben­den Familienmitgliedern wird stets erwartet, dass die Familie in der Heimat unterstützt wird. Dass Sie selber aber im Ausland mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, wird meist überse­hen.

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