Bolivianische Musik

Die Musik in Bolivien ist stark geprägt vom traditionellen Liedkanon. Mit den Liedern transportieren sie ein starkes Heimatgefühl. Sie singen mit voller Inbrunst und man spürt bei den meist männlichen Sängern sehr viel Weichheit. Quechuafrauen singen oft nasal und hoch.

Ein traditionelles Instrument ist zum einen das Charango, das früher aus dem Schild des Gürteltieres gefertigt wurde. Das Charango ist eine kleine Gitarre ähnlich wie die Ukulele. Für das Charango gibt es in der Stadt Aiquile im De­partement Cochabamba ein Museum und ein Denkmal. Jährlich wird dort im No­vember ein Wettbewerb für den besten Charangospieler veranstaltet. Eine kleinere Ausführung vom Charango ist das Walaychu, das schriller klingt. Die große Ausführung des Charango ist das Ronrroco und klingt eher tief.

Zu den Flöten gehören die Quenacho, die mit unterschiedlichen Löchern und Ausfüh­rungen hergestellt wird. Die Quena ist eine vorkolumbianische Flöte mit sechs Löchern, die der europäischen Flöte ähnelt. Eine interessante Flöte mit hölzernem Mundstück ist die Tarkha, in länglicher rechteckiger Form. Eines der ältesten andinen Instrumente sind die Panflöten, von denen es unterschiedliche Arten gibt: Toyos, die größeres Stäbe haben als die Sicus. Sicus und Suri Sikuris werden parallel gespielt, haben also zwei Reihen. Fehlen darf auf keinen Fall die Wanqhara, die Trommel, die mit Ziegenleder bespannt ist. Diese Instrumenten Lieder begleiten die traditionellen bolivianischen Tänze wie beim berühmten Karneval von Oruro. Es gibt folgende Tänze: Caporales, Morenada, Diablada, Tinkus, Kullawada, Tundiquis, Tobas, Waka Waka, Pujllay, Llamerada, Incas, Doctorcitos.

In den Liedtexten geht es über die Liebe zur Heimat, um den Kondor und vor allem um die Frau, die man anschmachtet, wie man es in Liedtexten von den traditionellen bolivianischen Musikgruppen wie den Los Kjarkas, Savia Andina, Tupay und Bonanza hören kann.

Für westliche Ohren oder nordeuropäische Ohren klingen manche Lieder schnulzig, sehr schnulzig. Das betrifft aber vor allem den „Latinopop“. 1 Man fragt sich teilweise, wie schnulzig es noch geht. Für den Lateinamerikaner, das würde ich mal wagen zu verallgemeinern, scheint es das Wort schnulzig nicht zu geben. Man sollte auch nicht unbedingt etwas als schnulzig bezeichnen, da das als Beleidigung aufgefasst werden kann. Das gilt für beide Geschlechter. Hierzulande würde ein Mann schief angeschaut werden, wenn er diese „schnulzige“ Musik hören würde.

Die moderne Musik gewinnt an Zuwachs. In den Überlandbussen hört man oft Cumbia (kolumbianischer Ursprung), die durch einen starken Rhythmus geprägt ist, der die Melodie übertönt. So scheinen die Lieder irgendwie gleich zu klingen.

Außerdem hört man in den Diskotheken neben Cumbia auch Bachata, Reggeaton, Merengue, Cha cha cha und Salsa. Salsa ist dennoch eher die Musik Cubas.

Mit deutscher Musik verbindet man z.B. Modern Talking oder fälschlicherweise Dj Bobo (Schweizer). Auch scheint es die deutsche Formation Tokio Hotel trotz leichter Rockmusik nach Bolivien geschafft zu haben. Und die klassischen deutschen Rockgruppen Rammstein, Die Toten Hosen und Die Ärzte finden auch ihre Fans.

Rockmusik ist aber in Bolivien eher eine Randerscheinung und wird als zu unmelodisch und laut empfunden. In angesagten Clubs in La Paz wird durchaus westliche Musik gespielt.

1 Gloria Estéfan, Ricky Martin, Luis Fonsi, Sin Bandera, Chayanne, David Bisbal

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