Bolivianische Küche

Die bolivianische Küche ist sehr kohlenhydratreich. Grundnahrungsmittel sind Kartoffeln, Mais, Reis, Nudeln (fideos, die wie Reis erst angebraten werden, bevor sie gekocht werden), Quinua und Weizen. Kartoffelsorten gibt es wie Sand am Meer.

Sie sind nicht so glatt wie die europäischen Kartoffeln. Deshalb macht ein Kartoffelschäler wenig Sinn. Das Kartoffeln hat außerdem die Funktion, dass Frauen, die eine Kartoffel zu schälen wissen, zum Heiraten befähigt sein sollen. Zudem scheint es immer noch überlebenswichtig zu sein, dass „Frau“ kochen kann, denn Männern sind nicht für das Kochen zuständig. Das ist auch ein Kriterium für die Auswahl der Partnerin.

Aber zurück zu den Kartoffeln. Auf dem Land gibt es morgens bis abends gekochte Kartoffeln. Frauen fangen schon morgens mit dem Schälen an. Es scheint manchmal, als wären sie nur am Kochen. Um die Kartoffeln auch im Winter verzehren zu können, gibt es ein Verfahren, das das Volk der Tiahuanaco als erste angewendet hat. Durch Trocknung an der Sonne, wird der Kartoffel die Flüssigkeit entzogen. Die sogenannten Chuños (weiß oder dunkelbraun) werden ein paar Tage in Wasser eingeweicht, dann gekocht und mit Ei gebraten werden. Außerdem gibt es Wurzelgemüse wie Süßkartoffeln oder die Yucca, die frittiert sehr lecker ist. Nach einer inkaischen Fabel ist die Yucca, durch den Tod eines Jungen entstanden, aus dessen Grab die Pflanze wuchs. Man sagt auch Maniok dazu, abgleitet vom Namen des Jungen namens Mani. Mani Oca, Manis Haus.

Um Fleisch haltbarer zu machen, vor allem, wenn man keinen Kühlschrank hat, trocknet man das Fleisch an einer Leine. Das sogenannte Charqui ist sehr zäh und schmeckt sehr salzig. Das Räucherverfahren kennen sie nicht. Außerdem sind Erdnüsse sehr beliebt. Die Inkas haben ihnen Ehrerbietung mit Goldschmuck mit dem Muster einer Erdnuss gezollt.

Traditionelle Gemüsesorten der Anden sind Kürbiss, Paprika, Mohrrüben, Bohnen, Zwiebel, Tomaten und Locoto, eine Chiliart aus der man die sehr scharfe Salsa Llajwa zubereitet. Wenn geschlachtet wurde isst man zusätzlich Rind, Ziege, oder Hähnchen. Cuy auch conejito (Meerschweinchen) genannt, wird dennoch nicht so oft gegessen, wie von den Touristen befürchtet. Sein Fleisch, dass gebraten oder in der Suppe gekocht wird, ist etwas zäh und trocken und schmeckt ähnlich wie Hase.

Früchte gibt es an den Märkten en masse. Die Früchte werden in den wärmeren Tälern Boli­viens angebaut. In den Jungas, dem Valle (Tal) von La Paz, im Chapare in der Nähe von Cochabamba und vor allem im Tiefland ist der Anbau von Früchten wegen des warmen und feuchten Klimas sehr günstig. Auf den Märkten findet man deshalb über übergroße Ananas, Orangen, Zitronen, Mandarinen, Bananen, Pfirsich, Mangos, Papaya, Chirimoya und Limas (Mischung aus Limette und Zitrone). Äpfel und Birnen sind teurer, weil sie in Bolivien nicht angebaut werden.

Was Getränke anbetrifft, gibt es ein breites Angebot an süßen Limonaden von den herkömm­lichen amerikanischen Konzernen. Sie fallen meist etwas süßer aus als hier in Deutschland und sind verhältnismäßig teuer. Gern getrunken wird Bier, in dem Falle z.B. das Bier aus La Paz, „Paceña“ oder das cochabambinische Taquiña, die nicht so herb schmecken wie die deutschen Biere. Probieren Sie auch ruhig Chicha, das aus vergorenem Mais gebraut wird. Das alkohol­haltige Getränk ist ockerfarben und trüb. Je nach Gärung hat es einen herben oder süßlicheren Geschmack. In älteren Reiseführern ist erwähnt, dass der Mais gekaut und ausgespuckt wird, so wie es die Inkas gemacht haben. Die traditionelle Verfahrensweise gibt es aber nicht mehr. Auf dem Land wird Chicha in sogenannten Chicherías angeboten. Man erkennt die Chicherías am weißen oder roten gehissten Fahnen, die mit am Haus angebracht sind. Rot bedeutet, dass Chicha zu verkaufen ist, Weiß hingegen, dass dort zwar Chicha gebraut wird, aber keines mehr vorhanden ist. Zur Ehrung der Pachamama wird in Bolivien ein Teil der Chicha oder des jeweiligen Getränks mit dem Ausruf Ch’alla [tsch’ (aspiriert) alja] auf die Erde (Vorsichtig: nicht in Innenräumen) geschüttet.

Hier finden Sie ein paar bolivianische Gerichte zum Nachkochen! ->

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