Auf bolivianischem Boden, aber nur am Flughafen

Ich war im Vollbesitz meines Verstandes und konnnte aber meine Emotionen nicht ordnen. Eher ge­sagt: die einzige Gefühl, das ich fühlte, war die nackte Angst zurückfliegen zu müssen, die weite Reise umsonst gemacht zu haben, einen Haufen Geld verpulvert zu haben, ohne den heimatlichen Boden betreten zu haben. Doch auch hier verließ mich nicht mein Glück.

Ich reihte mich nach kurzer, aber heftiger Überlegung bei der Ankunft in Bolivien in Santa Cruz in die Reihe der bolivianischen Staatsbürger ein, denn in mir ertönten noch die Worte des Alitalia – Flugbegleiters im Ohr, der mich eindringlich warnte als Deutsche zu reisen. Da ich den Weiterflug nach La Paz erreichen musste, blieb mir keine Zeit mir Gedanken über die Glaubwürdigkeit des Alitaliaangestellten zu machen.
In letzter Sekunde stellte ich mich in die rechte Reihe und begegnete einem weiblichen Gesicht mit einem sichtlich verwunderten Ausdruck, nachdem ich ihr versicherte nur im Besitz einer bolivianischen Geburtsurkunde zu sein.
Sogleich zog sie mich aus dem Verkehr und überwies mich an einen Kollegen. Jetzt ist es vorbei, dachte ich. Gut, ich bin jedenfalls auf bolivianischen Hoheitsgebiet.

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