Uyuni und der Salzsee von Uyuni

Uyuni steht auf dem Plan eines jeden Bolivienreisenden. Von Potosí aus fährt man mit der Flota in die Stadt Uyuni am Rande des gleichnamigen Salzsees. Auf den ersten Blick sieht die Stadt verlassen aus. Einst erstrahlte die Stadt noch in Reichtum aufgrund der Mineralvorkommen der Gegend um Uyuni und Potosí.

Der Film “Los anden no creen en dios” (2007) – eine bolivianische Produktion – erzählt von von der florierenden Zeit Uyunis. Die Geschichte geht hauptsächlich um die Beziehung eines Mestizen mit einer Cholita (der idigenen Schicht zugehörig, etwas abwertender Begriff), die den Männern in der Stadt schöne Augen macht. Der Film basiert zum Teil auf dem Roman “La Chaskañawi” von Carlos Medinaceli.

Als ich mit meiner Reisegruppe in Uyuni ankam, begegneten uns zahlreiche amerikanische Touristen. Wir mieteten uns in ein Hotel in der Stadt ein. Da Uyuni auf knapp 3500 Metern liegt, ist es während der Trockenzeit erschreckend kalt. In der Nacht haben wir uns unter ein paar Lagen Lamadecken versteckt, damit die Kälte nicht an unsere Körper dringen konnte. Es war um die -10 Grad, so dass wir ohne Essen und ohne Konversation bibbernd eingeschlafen sind. Ich empfehle deshalb einen Schlafsack mitzunehmen, den man bei allen Gelegenheiten ausbreiten kann. Am nächsten Tag sind wir auf Erkundungstour in der Stadt gewesen. Hauptattraktion ist die Uhr aus dem 19. Jahrhundert. Ich vermute, dass die “Reloj” deshalb eine Sehenswürdigkeit ist, da man anders als in Deutschland nicht so viel Wert auf Pünktlichkeit legt.

Zum Verweilen lädt die hochgelegene Stadt nicht gerade ein, besonders wegen der Kälte. Zum Mittagessen setzen wir uns in ein Restaurant, wo sich ein paar Touristen Platz genommen haben. Jetzt folgen wir einem Schauspiel.

Wir bestellen uns allen eine Pizza, da diese, wie der Koch sagt, die einzige Speise heute Mittag ist. Nun nach ein paar Minuten sehen wir einen Mann eiligen Schrittes nach außen gehen. Während wir uns Reiseanekdoten erzählen, schwingt die Tür auf und derselbe Mann kommt mit einem Sack Mehl auf dem Arm herein und verschwindet gleich in der Küche. Nach ein paar Sekunden läuft er wieder in Richtung Tür. Erst denken wir uns nichts dabei, aber als er mit Eiern wieder kommt, rattert unser Kopf. Womöglich müssen für unsere Pizza erst die Zutaten geholt werden. Auch ein drittes Mal eilt der Küchenbote zum Markt und holt Milch, wie wir sehen. Anstatt uns aufzuregen, schmunzeln in uns hinein und lassen uns nach einiger Zeit bolivianischen Wartens die Mürbeteigpizza schmecken. Einen Hefeteig bei den Temperaturen zu erwarten, ist mehr als fies.

Am nächsten Morgen machen wir uns mit einem Bus mit anderen verschlafenen Touristen auf den Weg ins Eis, ähh, ins Salz. Die weiße Fläche, die an manchen Stellen durchbrochen ist und rot-orange Farbe an die Oberfläche dringt, wirkt wie Schnee.

Als wir aussteigen, geraten wir in Entzücken und tanzen auf dem Salz als wäre es Eis, das jeden Augenblick bricht. Aus Neugier probiere ich mit einem Finger die Salzoberfläche. Ja es ist Salz. Dort, wo der Bus hielt, steht ein Salzhotel, in dem man ähnlich wie das Eishotel im Schweden übernachten kann.

Die Busfahrt ging weiter und zwar zur mit Kakteen übersäten Insel inmitten des Salzsees. Dort machten wir auch eine Rast mit Tomaten-Zwiebelsalat, gekochten Eiern und Panecillos, den fladenähnlichen Broten.

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