Der Cocastrauch ist in den Anden Kolumbiens, Peru und Bolivien beheimatet. Die Cocapflanze war schon für die Inkas heilig. Ihre Blätter werden im Mund zu einer Kugel geformt und der Saft nach und nach rausgesaugt. Die Cocablätter benutzt man auch für Heilzwecke oder auch für Opfergaben an die Pachamama. Coca ist Teil des Lebens der Bevölkerung der Anden, voran für die Mineros, den Bergarbeitern in den Silberminen in Potosí in Bolivien. Sie ist vorrangig dafür da, den Hunger zu vertreiben, bedingt durch die Menge an Kohlehydraten. Auch die Kälte in der Höhe erträgt man leichter. Sie hilft zusätzlich, sich länger wach zu halten. Durch die verbesserte Sauerstoffaufnahme hilft Coca zusätzlich gegen die Höhenkrankheit. Medizinisch gesehen wird der Darm angeregt. Das Cocablatt enthält neben dem wichtigen Kalzium, Eisen, Proteinen, Vitamin A und Vitamin B2. Da das Halten von Kühen wegen der stark wechselnden Jahreszeiten, sehr schwierig ist, ist das Cocablatt eine der wichtigsten Kalziumquellen für die Bevölkerung. Eine Milchüberproduktion wie in der EU ist z.B. in Bolivien unbekannt. Milch und Milchprodukte sind dort sehr teuer. So schänkt man im ländlichen Bereich auf dem Markt auch nur an bestimmten Tagen Milch wie Bier aus. Man kann sich ein Glas Milch mit oder ohne Kakao bestellen kann. Nun aber zurück zur Cocapflanze:

Ins Reich der Mythen gehört, dass der Genuß von Cocatee oder das Kauen süchtig macht. Deshalb stehen manche Touristen dem Cocatee skeptisch gegenüber, wenn sie nach Bolivien kommen.
Seitdem in den Köpfen die Cocapflanze dem Kokain gleichgesetzt, wird, hat die Cocapflanze ein Problem und die Anbauländer erst recht.
Die Ausfuhr von jeglicher Art von Produkten aus der Cocapflanze ist verboten. Das Cocablatt gilt aus Ausgangsstoff für das Kokain, das daraus gewonnen werden kann und fällt unter das deutsche Betäubungsmittelgesetz für nicht verschreibungspflichtige Betäubungsmittel.
In Kolumbien wird der Anbau der Cocapflanze militärisch mit der Unterstützung der USA bekämpft, da die USA der Hauptabnehmer des Kokains ist. Durch den internationalen Druck ist der Anbau in den Kolumbien, Peru und Bolivien eingeschränkt worden. In Bolivien darf man nur für den eigenen Bedarf Coca anbauen, allerdings sollen keine neuen Flächen für den Cocaanbau gerodet werden. Interesant ist, das großflächiger Anbau verboten ist, der Verkauf des Cocablattes an Dritthändler im Inland ist aber legal.
Ökonomisch gesehen haben die neuen Regelungen die Lage der Campesinos verschlechtert, die auf den Verkauf angewiesen waren. Der Präsident Boliviens Evo Morales propagiert seit längerem den legalen Verkauf der Cocablätter. Der Anbau soll weiterhin möglich sein, da Coca als Kulturgut betrachtet wird. Ausserdem werden daraus wie aus Hanf, Produkte wie Seife oder Salben auch Bonbons hergestellt. Das hat das Interesse von Ländern wie China geweckt, die aufgrund der Heilwirkung, das Cocablatt und die Produkte nach Asien importieren wollen. Es wäre also ein legaler Markt möglich.
Aber in näherer Zukunft wird es nicht möglich sein, Coca zu legalisieren. Das Illegale ist eher die Produktion und vor allem der Handel mit der Droge Kokain. Der kleine Campesino hat damit wenig zu tun. Er wird auch weiterhin Coca anbauen. Solange er mehr Gewinn durch den Verkauf des Blattes macht und somit seine Existenz sichern kann, solange die Preise für Kaffee, für Bananen, für Kakao so weit unter dem Preis des Cocablattes liegen, solange wird es auch Cocaplantagen geben.
Deshalb tuen Sie mehr gegen die Eindämmung des Drogenhandels mit Kokain, wenn sie fair gehandelte Produkte kaufen.


